Erwin Heerich
Schilderwald   (Bilder, Papp-Skulpturen, Zeichnungen, 1953-67)

EL SOURDOG HEX e.V. zeigt vom 3. März bis zum 26. April 2008 Arbeiten des deutschen Künstlers Erwin Heerich (*29. November 1922 in Kassel, gestorben am 6. November 2004 in Meerbusch-Osterrath).
Die Ausstellung trägt den Titel "Schilderwald" (Bilder, Papp-Skulpturen, Zeichnungen, 1953 bis 1967).

Kunstgeschichtlich ist das Werk Heerichs, das dem Wesen nach in der deutschen Gegenwartskunst einzig dasteht, am ehesten in der Nähe des Konstruktivismus angesiedelt. (Quelle: Erwin Heerich, Karton- und Stahlplastiken, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen Düsseldorf Grabbeplatz Kunsthalle, 1972).
Mehr als 50 Jahre sind vergangen, da stapelte Erwin Heerich kleine Pappschachteln aufeinander, in jede hatte er penibel eine Tür und ein Fenster geschnitten. Obendrauf pflanzte er ein Fähnchen und nannte das Burg. Es war ein Künstlerkinderspiel, doch eines, in dem schon das Abgezirkelte und Strenge aufschien, das Heerichs spätere Bildhauerfiguren, seine Kreise, Kegel, Pyramiden und Würfel bestimmen sollte. Mit ihnen betrieb er eine Art Selbstauslöschung, denn nichts sollte von seiner Person zeugen, alles einer höheren, geometrischen Ordnung genügen.
In gewisser Weise war Heerich der Antipode von Joseph Beuys, den er aus dem Studium bei Ewald Mataré in Düsseldorf kannte und mit dem er sogar eine Zeit lang das Atelier teilte. (Quelle: Die Zeit, 47/2004)

Heerich war der Planer und Kontrolleur der Formen, Beuys der überschwängliche Agitator und Monomane. Und doch verband beide ein tiefer Glaube an die Kunst. (Quelle: Die Zeit, 47/2004)

Beide hofften darauf, dass ihre Werke so lapidar und unmissverständlich ausfallen würden, dass sie wie von selbst ihren Platz im Alltäglichen einnähmen. Beide hatten einen Sinn für das Mystische, Heerich suchte es in seinen Skulpturen, der andere in Selbstinszenierung. Beide hatten großen Erfolg: Heerich wurde zur documenta geladen, bekam viele öffentliche Aufträge und fand schließlich auf der Museumsinsel Hombroich den idealen Ort für seine Idealskulpturen. (Quelle: Die Zeit, 47/2004)

Am Anfang seiner künstlerischen Tätigkeit entstanden unter Einfluss Matarés Arbeiten mit eindeutigem Bezug zur Gegenstandswelt. Gegen 1960 entwickelte er aus Figuren, Naturerscheinungen und Alltagsgegenständen geometrische Körper, die sich allein durch Maßeinheiten regulieren lassen. Im Laufe der sechziger und siebziger Jahre schuf Heerich mit Hilfe seiner Zeichnungen und Kartonplastiken ein Repertoire an Formen, aus dem er bis an sein Lebensende immer wieder schöpfte.

Der Künstler war Mitglied der Akademie der Künste in Berlin und erhielt unter anderem den Will-Grohmann-Preis, den Piepenbrock Preis für Skulptur und den Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt am Main. Seine Arbeiten wurden auf vielen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt. (Quelle: Wikipedia)

Ausstellung:
3. März – 26. April 2008
Dienstag bis Samstag, 11 – 18 Uhr
Eintritt frei