Bernd Koberling
Landscape paintings   (1964-1983)

EL SOURDOG HEX e.V. zeigt vom 10. September bis zum 27. Oktober 2007 Arbeiten von Bernd Koberling (*1938 Berlin).

In den sechziger Jahren, zu Beginn der Karriere von Bernd Koberling, ist seine Malerei noch vom abstrakten Expressionismus und dem Informel der 50er Jahre geprägt. Koberlings Gemälde sind auf gar keinen Fall nur ‚ Landschaften', aber eine sehr persönliche und poetische Interpretation der Natur. Koberlings Natur ist nördlich. "Diese Gemälde erinnern mich an überwältigende, intensive Momente in der Natur. Man sieht nicht nur etwas vor seinen Augen schweben, sondern riecht und fühlt es ebenso in sich selbst. Man schaut nicht auf die Natur, sondern man ist Teil von ihr geworden", beschrieb Bera Nordal 2001, Direktorin der Malmö Kunsthalle, die Bilder von Bernd Koberling. Seine Betrachtungsweise auf die Natur hat sich gewandelt. Er schaut die Natur nicht länger von außen an, er ist Teil von ihr. Zur gleichen Zeit beobachtet er die leise, die fortwährende Zerstörung der Natur durch die Menschheit. Wie brutal verändern wir die Natur dazu, wie sie zu sein hat, anstelle mit ihr zu harmonisieren. Die frühen Arbeiten leben noch von der Konfrontation des Sehenden mit den Dingen. Später wird Koberling über den Dingen schweben und auf sie hinab blicken, schreibt Frank Frangenberg in einem Künstlerporträt im Jahre 2006. Der Mensch taucht als Motiv seit Mitte der 80er Jahre in der Malerei von Koberling nicht mehr auf.

Bernd Koberling ist Berliner, so sucht er in den vergangenen Jahren auch das Alleinsein in Lodmundarfjördur, einem Tal an der Ostküste Islands. Einige Monate des Jahres in Island zu sein, ist für ihn genauso wichtig wie das Berliner Atelier. Island ist ein nacktes Land. Er kennt die Landschaft aus vielen Sommern, hat ihr Wachsen, Grünen, Verdorren in sich aufgenommen, so schrieb Wieland Schmied, 1982 über Koberling. In Island ist die Landschaft durch nichts verhüllt. Die Gestalt der Berge, das weite Panorama und der endlose Horizont, der den Himmel und das Meer berührt, sind die ersten Formen, die auffallen. Man spürt die sich ständig veränderte Oberfläche des Landes, das allen Winden und starken natürlichen Kräften ausgesetzt ist. Das Wasser, kalt und heiß, mit seiner formenden Gewalt, den Boden mit seinen nicht endenden taktilen Qualitäten, der unendlichen Tiefe und Vielfalt seiner Farben. Es ist genau dieses Gesicht Islands, das Bernd Koberling anzieht - der Reichtum, die Zartheit und Verwundbarkeit, schreibt Bera Nordal. Erst in Island hat Koberling begonnen, Aquarelle zu malen. "Eine Beschäftigung mit der Struktur der mikrokosmischen Welt. Transparent, mitfühlend, sinnlich. Seit Ende der 90er Jahre arbeitet er auf mehrfach grundierten Dibond-Aluminiumplatten. "Sie überführen die zärtlichen Pastellfarbtöne von Aquarellen ins Riesenhafte", beschreibt Frangenberg.

Bernd Koberling ist ein stiller Expressionist, kein heftiger, sondern ein sanfter, jedoch entschiedener Maler. Die Stille der Landschaft ist ihm wild genug.
(Wieland Schmied, Bernd Koberling, Inseln, 1982, Berlin).
In einem Interview mit Frank Frangenberg sagte Koberling 2006: "Ein wenig Fluxus trage ich in mir, nämlich den Wunsch, Kunst und Leben zusammen zu führen, um die Vergeblichkeit wissend".

Ausstellung:
10. September – 27. Oktober 2007
Dienstag bis Samstag, 11 – 18 Uhr
Eintritt frei