Claes Oldenburg
The Store, and later   (sculptures and drawings, 1960-79)

EL SOURDOG HEX e.V. zeigt vom 9. Januar bis zum 23. Februar 2008 Arbeiten von Claes Oldenburg (*1929 Stockholm).

Der in Schweden geborene Amerikaner Claes Oldenburg gehört zu den Künstlern, die sich keinem einheitlichen Stil unterworfen haben. Für ihn ist entscheidend, wie mit Mitteln der Kunst das Verhältnis zur Realität immer wieder neu formuliert werden kann. Oldenburgs bevorzugte Methode ist Verfremdung und Transformation in Dimension und Material. Mit seinen riesigen Monumenten von einfachen Dingen der Waren- und Konsumwelt, setzt er der Alltäglichkeit ein Denkmal, wie beispielsweise Lippenstift, Yale University, New Haven. (Ulrich Reißer, Nobert Wolf, Kunst-Epochen, 20. Jahrhundert II, 2003)

Nach einem Kunst- und Literaturstudium an der Yale University in New Haven arbeitete er in Chicago als Journalist für Zeitungen und Agenturen. 1956 ging er nach New York, wo er sich dem Abstrakten Expressionismus anschloss. Das Leben der Großstadt wird sein erstes Thema. 1958 entstehen seine ersten plastischen, neodadaistischen Assemblagen aus Papiermaché und Abfällen, die durch Farbgüsse koloriert werden. Daraus entstehen Environments wie The Store, The Street. Im Jahre 1959 veranstaltete Oldenburg mit Allan Kaprow und Jim Dine Happenings, von denen The Store das wichtigste darstellt. In seinem Environment The Store finden viele dieser nachgebildeten Gebrauchsgegenstände- wie das "White Shirt", "Brown Jacket", "Green Legs" oder "Success Plant" - ihren ersten gemeinsamen Ort. Im Dezember 1961 installiert er den Store erstmals in seinem New Yorker Atelier.
"Unter seinen Händen vollzieht sich die wohl eindrucksvollste Metamorphose von Ready-made-Objekten, eine Verwandlung, die nicht nur die äußere Erscheinung der Dinge betrifft, sondern zugleich auch deren Inhalt, ohne dabei irgendetwas mit dem Surrealismus gemeinsam zu haben." (DuMonts Kunstlexikon des 20. Jhd, Karin Thomas, 2006).
"Mit seinen Objekten und Aktionen persifliert er Mechanismen, Begehrlichkeiten und Floskeln der modernen Konsumgesellschaft, nicht ohne ironischen Seitenhieb auf ein traditionelles Kunstverständnis. (U. Wilmes, Moderne Kunst, Museum Ludwig DuMont, 2006)
Er beginnt mit der Nachbildung essbarer Dinge wie "Hamburgers", Eis- oder Tortenstücke, von denen er dann zu den "Soft Objects" übergeht. Ab 1965 entwirft er Kolossalmonumente. Seit 1976 entstehen seine großformatigen Projekte in Zusammenarbeit mit Coosje von Bruggen. Mit seinen eigenwilligen Figurationen gehört Oldenburg zu den Hauptvertretern der Pop-Art. Seine Plastiken sind dem dadaistischen Erbe verbunden und zeichnen sich durch große Themen- und Formenvielfalt aus. Er behandelt typische Inhalte des Pop, setzt sie jedoch in eine künstlerische Sprache um. Claes Oldenburg dürfte der volkstümlichste Vertreter unter den großen New-Yorker Pop-Künstlern sein, befindet das Kunstlexikon DuMont.

"Ich bin für eine Kunst, die ihre Form direkt dem Leben verdankt, die sich windet und ausdehnt… und schwer ist und grob und ungehobelt und süß und blödsinnig wie das Leben selbst…", Claes Oldenburg . (Tilman Osterwold, Pop Art)

Ausstellung:
9. Januar – 23. Februar 2008
Dienstag bis Samstag, 11 – 18 Uhr
Eintritt frei